Und sie hassen Laettner immer noch…

28. März 1992, Philadelphia Spectrum. Im Viertelfinale des NCAA-Turniers standen sich zwei der Traditionsreichsten Programme des College-Basketballs gegenüber: Die Duke Blue Devils und die Kentucky Wildcats. In der zweiten Halbzeit mussten die Blue Devils  als amtierende Champions zusehen, wie die Wildcats Schritt für Schritt die vermeintlich sichere Führung von 12 Punkten egalisierten. Schließlich kam es sogar noch zur Verlängerung in diesem packenden Spiel und zu einem der größten Momente im Basketball überhaupt: dem Laettner-Shot.

In einer an Spannung nicht zu überbietenden Schlussphase wechselte die Führung zwischen den beiden Teams hin und her: Bei 31,5 Sekunden restlicher Spielzeit stand es 98:98, als Christian Laettner im Post den Ball bekam. Laettner hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen seiner Würfe verfehlt und traf auch den Korbleger zum 100:98. Kentuckys Coach Rick Pitino, der später noch die Boston Celtics coachen sollte und nun bei den Louisville Cardinals an der Seitenlinie steht, soll nach diesem Korb gesagt haben: „That sucker’s never going to miss.“ Noch wusste Pitino nicht, wie Recht er mit seiner Aussage behalten sollte. Nachdem Kentuckys Star Jamal Mashburn per Korbleger ausgleichen und sein Team mit einem anschließenden Freiwurf in Führung bringen konnte, stand es 101:100 für die Wildcats bei noch etwa 20 verbleibenden Spielsekunden. Auf der Gegenseite beging Mashburn sein fünftes Foul und schickte Laettner an die Freiwurflinie, der auch hier nicht verfehlte. So stand es 102:101 für Duke, 7,8 Sekunden noch auf der Uhr. Nach einer Auszeit zog Kentuckys Sean Woods zum Korb und traf den hässlichen Floater von der Freiwurflinie über Laettner mit Brett: Führung Kentucky, wer trifft hat Recht. Auszeit Duke, 2,1 Sekunden waren noch zu spielen. Dukes Coach Mike Krzyzewski malte folgendes Play auf sein Taktik-Board: Einwurf Grant Hill unter dem Korb, Pass über das gesamte Spielfeld auf Laettner an der Freiwurflinie, Shot. So einfach und doch so unglaublich schwer.

Als Grant Hill dann unter dem Korb den Ball in der Hand hält, scheint die Zeit im Philadelphia Spectrum still zu stehen. Eine kleine Ewigkeit vergeht, als Grant Hill den Ball vom Schiedsrichter bekommt, einen Schritt zu Seite geht und den weiten Pass auf den an der Freiwurflinie wartenden Laettner spielt. Dessen Verteidiger stehen nicht, wie von Pitino angeordnet, vor und hinter Laettner, sondern beide hinter ihm. Laettner fängt den Pass mit dem Rücken zum Korb. Er nimmt ein Dribbling. Fake nach rechts, sein Verteidiger fällt auf die Finte herein. Turnaround-Jumpshot über links. Der Ball ist in der Luft, noch 0,2 Sekunden auf der Uhr. Die Zeit steht still. Alle Blicke im Philadelphia Spectrum folgen der Flugkurve. Nothing but net. Der Rest ist grenzenloser Jubel bei Duke und weinende Spieler bei den Kentucky Wildcats.

Duke gewann später das NCAA-Turnier und konnte seinen Titel verteidigen. Christian Laettner wurde als einziger College-Spieler in das legendäre Dream Team berufen, das 1992 die Sportwelt in Barcelona verzaubern sollte.

Und Kentucky? Dort hasst man Christian Laettner für seinen legendären Game Winner noch heute:

Laettner

 

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