BEKO BBL nach sechs Spieltagen: Pace, Offensive-/Defensive-Ratings und eFG

Ich habe noch einmal ein bisschen gerechnet. Leider reichte meine Zeit nicht mehr aus um nach jedem Spieltag zu rechnen, mehrere Spieltage zusammenzufassen hat in meinen Augen aber eh mehr Sinn. Logisch gilt, dass die Statistiken nach vier bis sechs Spielen noch keine große Aussagekraft haben, sondern eher einen Trend darstellen. Nach der Hinrunde sieht das dann schon anders aus. Leider sind die Scoutings in dieser Saison bisher ungewohnt murksig, deswegen natürlich ohne Gewähr. Here we go:

Nach sechs „Spieltagen“ befindet sich das Spieltempo im Vergleich zu den vergangenen Jahren wieder auf dem durchschnittlichen bzw. gewohnten Wert von 72 Ballbesitzen auf 40 Minuten. Auffällig ist die hohe Effizienz in der Offense und die eher schlechte Defense. Hier lagen die BBL-Teams in den vergangenen Jahren im Schnitt bei 73-74 erzielten bzw. zugelassenen Punkten auf 70 Ballbesitze.
An der Spitze keine Überraschung, Phoenix Hagen spielt seit seinem Aufstieg den schnellsten Ball der Liga. Auch ratiopharm Ulm war in den vergangenen Jahren stets eines der schnelleren Teams, sowohl unter Taylor als auch unter Leibenath. Letzterer ließ in Quakenbrück noch langsamer spielen. Die WALTER Tigers Tübingen spielten in den vergangenen Jahren unter Perovic ebenfalls stets mit überdurchschnittlichem Tempo. ALBA Berlin als viertschnellstes Team der Liga zu sehen ist etwas ungewohnt, waren sie unter Pavicevic (und Herbert/Katzurin ebenfalls) doch stets eine Bank, was langsames Spiel angeht. Die Gießener sind für ihre Verhältnisse relativ flott unterwegs, die s.Oliver Baskets unter Schröder genau so wie unter Patrick.
Im Liga-Schnitt bzw. Mittelfeld bewegen sich die für ihre Verhältnisse etwas langsamen Artland Dragons, der unter Christopoulos minimal schnellere FC Bayern München, die Neckar RIESEN Ludwigsburg, die sich in den vergangenen Jahren unter verschiedenen Trainern nach Poropat nie einig waren, ob sie schnell oder langsam spielen wollen und der BBC Bayreuth, der auch im letzten Jahr nah beim Schnitt lag.
Unter dem Durchschnitt liegen die New Yorker Phantoms aus Braunschweig mit ihrem neuen Headcoach Kostas Flevarakis, der sein Team etwas langsamer als noch unter Sebastian Machowski spielen lässt. Bei den Bremerhavenern scheint es noch nicht so richtig zu laufen, die waren in den vergangenen Jahren immer schneller unterwegs. Die Telekom Baskets Bonn spielen hingegen seit Jahren einen etwas langsameren Ball als der Schnitt der Liga. Mit überraschend langsamen Tempo spielten in den bisherigen Spielen die brose Baskets, auch da scheint noch nicht alles so zu klappen wie erhofft. Nach dem brose-Express im letzten Jahr ist zur Konsolidierung anscheinend erst einmal langsamerer Halbfeldbasketball angesagt. Die Trierer spielen bisher wie gewohnt langsam, man erkennt Rödls Handschrift. Der MBC mit Poropat an der Seitenlinie spielt in seiner ersten Saison nach dem Wiederaufstieg ebenfalls einen langsamen Ball. Die Oldenburger gewöhnen sich momentan offensichtlich an eine neue Spielkultur unter Machowski: Das zweitlangsamste Team der Liga zu sein war unter Krunic noch völlig unvorstellbar. Aber auch Machowski bevorzugte in Braunschweig ein eher schnelles Tempo. Hier scheint Machowski unter anderen Bedingungen eine andere Art Basketball spielen zu lassen. Und das gefällt. Liga-Schlusslicht, was das Spieltempo angeht, sind wie in der vergangenen Saison die FRAPORT Skyliners. Ein Mann, eine Spielidee: Muli Katzurin.

Die Highlights in der Offense- bzw. Defense-Effektivität springen sofort ins Auge: Die Ulmer mit einem brutalen Offensive-Rating von 90 erzielten Punkten auf 70 Ballbesitze, das ist schon fast unerhört. Es hapert allerdings noch an der Defense, da kann Thorsten Leibenath mit einem DR von 85 nicht zufrieden sein. A propos schlechte Defense: Der MBC kassierte 94 Punkte auf 70 Ballbesitze, das ist der Negativwert der Liga. Und auch die Gießener befinden sich wohl wegen ihrer schlechten Defense im Keller der Tabelle (84 DR). Die besten Verteidigungen der Liga gibt es in Oldenburg und Trier zu sehen, beide Teams lassen nur 67 Punkte auf 70 Ballbesitze zu. Gemeinsam mit einer kontrollierten Spielweise und im Falle Triers sogar einer überdurchschnittlichen Offense lassen sich hier die Gründe für den guten Start in die Saison ablesen.

Wo wir bei der Offense sind:

Effektive Wurfquoten BBL nach vier bis sechs Spielen

Bei der effektiven Wurfquote (in der der Dreipunktewurf entsprechend seiner höheren Punktzahl gewichtet wird), liegen ALBA Berlin und die Gießener ganz vorne. Und das, obwohl sie zu den Teams gehören, die nur sehr wenige Würfe vom Halbkreis nehmen bzw. verwandeln. Überraschung. ALBA setzt bisher konsequent auf sein Inside-Game, wo es sehr hochprozentig abschließt. brose nimmt auch nicht so viele Dreipunktewürfe wie in der vergangenen Saison und punktet hochprozentig am Korb. Braunschweig weist dagegen unterdurchschnittliche Quoten aus der Nahdistanz auf, ist aber bislang das beste Team vom Halbkreis. Und die Bonner liegen aufgrund ihrer Pechsträhne von der Dreipunktelinie auf dem letzten Platz…

Ich schau mir diese Statistiken nach der Hinrunde noch einmal an, vielleicht auch schon wieder nach 6-7 weiteren „Spieltagen“.

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