Deutsche in der NCAA 2012-2013, Woche 5: Giffey, Harris, Heckmann, Wolf

Nicht viel los, diese Woche. Jeweils nur ein Spiel der Mannschaften mit deutschen Spielern und ich hab wieder nur die Replays geschafft. Vor Jahresende will ich unbedingt noch Kevin Bright und mal wieder Christian Standhardinger spielen sehen. Beide scheinen sich erstaunlich gut zu machen.

Niels Giffey (Connecticut Huskies)
Beim Sieg der Huskies gegen die Harvard Crimson lieferte Giffey eine insgesamt eher unauffällige Partie ab. Seine 4 Punkte erzielte er allerdings aus offensiven Highlights: Mit zwei krachenden Dunks, der erste im Break und der zweite durch einen Alley-Oop, trug Giffey sich in die Scorerliste ein.
Eingewechselt wurde er bereits nach zwei Minuten für Omar Calhoun auf der 3, auf der Giffey – wie mittlerweile üblich bei ihm – durch starke Verteidigung überzeugte. Der junge Berliner konnte gegen Havard seinen Gegenspieler durch eine gute Beinarbeit vor sich halten und setzte seine Hände nur ein, um den Pass abzufangen, was ihm mehrmals gelang. Clever. Im Verlauf des Spiels wechselte Giffey wieder auf die 4, von wo er den Rest des Spiels agierte. Mir gefiel auch auf dieser Position seine Defense gut, da Giffey sehr gut in der Verteidigung rotiert und zur Help-Defense kommt. Dabei räumt er weiterhin Gegenspieler auch gerne mal ab.

Elias Harris (Gonzaga Bulldogs)
Elias Harris‘ Gonzaga Bulldogs hatten mit den – zu diesem Zeitpunkt – auf #13 gerankten Fighting Illini aus Champaign (Illinois) einen ersten echten Prüfstein in Spokane zu Gast. Und was sich im Zittersieg gegen Washington State bereits andeutete, wurde gegen Illinois zur Gewissheit: Unter Druck neigen die Zags zu dummen Fehlern. Diese und ein überragender Brandon Paul, der von keinem Gonzaga-Guard kontrolliert werden konnte, sorgten letztendlich für eine völlig unnötige Niederlage der Zags trotz einer zweistelligen Führung nach den ersten zehn Minuten. In diesen ersten zehn Minuten nutzten die Bulldogs gegen Illinois‘ 2-3-Zone konsequent ihre Überlegenheit auf den großen Positionen: Immer wieder wurden Harris oder Olynyk im High-Post von Pangos oder Bell angespielt, von wo sie zum Korb ziehen, ihren Gegenspieler aufposten, den Jump-Shot nehmen oder den zum Korb schneidenden Mitspieler bedienen konnten. Besonders tat sich hier wieder einmal Harris aufgrund seiner Vielseitigkeit hervor, der auch gegen mehrere Verteidiger in Korbnähe abschließen und ein ums andere Mal noch das Foul ziehen konnte. Auch das High-Low mit Olynyk konnte man wieder sehen – ein Spielzug, gegen den die Fighting Illini zunächst überhaupt kein Mittel fanden.
Nach den ersten zehn Minuten, als Harris das erste Mal ausgewechselt wurde, war es mit der Herrlichkeit der Zags vorbei: Illinois stellte seine Verteidigung um, Gonzagas Big Men wurden bei Ballbesitz sofort gedoppelt, mitunter kam sogar ein dritter Verteidiger dazu. Die Guards der Fighting Illini verteidigten aggressiv und hart und so reihte sich bei den Zags Ballverlust an Ballverlust. Die Größenvorteile der Gonzaga Bulldogs waren ebenfalls egalisiert. Auch Harris konnte den Ausgleich und die Führung der Fighting Illini zur Halbzeit nicht mehr verhindern. In Halbzeit zwei bot sich ein ähnliches Bild wie in Halbzeit eins: Zunächst konnten Harris und Olynyk durch ihre Vielseitigkeit, den Vorsprung verkürzen, bevor sich ihnen weniger und weniger Freiräume boten. Beim Stand von 63:58 hatte Elias Harris dann zwei mal die Gelegenheit den Abstand weiter zu verkürzen und das Spiel zu kippen: Zunächst ein völlig freier Dreier, den er verweigerte, dann ein verlegter Layer, der zwar gut verteidigt wurde, den Harris aber auch hätte verwandeln können. So wurden Pangos und Bell in den letzten Spielminuten immer nervöser und trafen schlechte Entscheidungen, statt weiter zu versuchen ihre Big Men zu bedienen. Am Neckbreaker-And-One von Brandon Paul zum 78:71 war Harris dann durch eine nicht besonders gute Help-Defense nicht ganz unbeteiligt.
Insgesamt ein Spiel mit viel Licht und ein bisschen Schatten für Harris: Offensiv überzeugte er erneut durch seine Vielseitigkeit, als er den Ball brachte, zum Korb zog, seine Gegenspieler aufpostete, schöne Pässe spielte und stark reboundete. Defensiv sah er nicht immer gut aus, da war mitunter schlechte Perimeter- und Help-Defense dabei. Außerdem hätte er diesen völlig freien Wurf vom Halbkreis nehmen müssen, er ist der Leader dieses Teams und darf die Verantwortung dann nicht weiterreichen.
Das war keine wilde Niederlage, aber die Zags haben aufgezeigt bekommen, woran sie noch arbeiten müssen, wenn sie eine lange Saison spielen wollen.

Patrick Heckmann (Boston College Eagles)
Im Spiel seiner Boston College Eagles gegen die St. Francis Terriers aus Brooklyn (New York) lieferte Patrick Heckmann eine grandiose erste Halbzeit ab. Als Starter war er es, der sein Team zu Beginn des Spiels nach einem freien Spot-Up-3er nach Penetration und Kick-out, einem Drive aus dem Pick’n’Roll, einem Assist im Break auf Rahon und einem Transition-3 mit offensiver Produktion im Spiel halten konnte.
Besonders überzeugte Heckmann durch seine gute Arbeit bei den zahlreichen  Fast-Breaks, in denen er entweder starke Pässe spielte oder selber – auch ein Mal coast-to-coast – abschließen konnte. Wie gewohnt bewegte Heckmann sich sehr gut ohne Ball, war aktiv und bot sich sehr häufig an. Er bekam die Pässe und hatte zur Halbzeit bereits 14 Zähler und einige Assists auf dem Konto. Lediglich ein paar freie Dreier wollten einfach nicht fallen. In der zweiten Halbzeit änderte sich die Zuwendung seiner Mitspieler, als Heckmann immer weniger Pässe bekam und seine freien Würfe dann auch nicht fallen wollten. Er hat es in der Offense dann ein wenig zu forcieren versucht, dabei aber den ein oder anderen Turnover produziert. Zählbares kam dabei jedoch nicht heraus. Seine nächsten zwei Punkte konnte Heckmann dann auch erst machen, als er seinem Gegenspieler den Ball aus den Händen klaute und per krachendem Fast-Break-Dunk für die spektakulärste Szene des Spiels sorgte.
Eine tolle erste Halbzeit von Heckmann. Wenn er seine Offense auch nach Misserfolgen nicht forciert und von seinen Mitspielern besser bedient worden wäre, hätte Heckmann bestimmt noch 10 Punkte mehr machen können. Der Junge hat eine Menge Talent, das konnte man heute wieder einmal sehen.

Enosch Wolf (Connecticut Huskies)
Nach seiner starken Leistung gegen die North Carolina State Wolfpack wurde Enosch Wolf von Headcoach Kevin Ollie mit einem Platz in der Starting Five gegen die Harvard Crimson belohnt. Mir gefiel, was ich offensiv und defensiv von Wolf sehen konnte: Im Pick’n’Roll stellte er wieder einmal harte Blöcke und rollte gut ab, bekam aber wieder einmal die Pässe nicht. Wenn Napier etwas mehr Vertrauen in Wolf hätte, könnte Wolf sicher 10 Punkte pro Spiel auflegen. Das ist wirklich schade für Wolf und da verstehe ich Ollie auch überhaupt nicht, dass er diese Option nicht stärker in das Spiel der Huskies integriert. Stattdessen war Wolf häufig wieder nur Passstation im High-Post und wurde gegen Endes des Spiels gegen die 2-3-Zone von Harvard selbst da nicht mehr angespielt. Das war wirklich schrecklich anzuschauen, wie Napier und Boatright einen – nicht durch eine Penetration oder Pässe vorbereiteten – Dreier nach dem nächsten nahmen und Wolf auf dem High-Post als guter Passer ohne Touches verhungerte. Defensiv gefiel Wolf durch gute Help-Defense im Pick’n’Roll oder bei penetrierenden Guards.

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