This is Sparta. Oder warum Gavin Schilling eine gute Wahl getroffen hat.

Im März verkündete der deutsche Jugend-Nationalspieler Gavin Schilling, dass er in der kommenden Saison für die Michigan State Spartans unter ihrem Coach Tom Izzo spielen wird. Das ist praktisch, ein deutsches Talent bei „meinem“ NCAA-Team vereint zwei Absichten dieses Blogs.

Schilling, der die JBBL mit Team Alba Urspirng dominierte (26 PPG/11 RPG) und 2011 Meister wurde, ging daran anschließend wieder zurück in die USA, wo er seit bereits zuvor Basketball an der High-School spielte. Einer breiten Öffentlichkeit in den Staaten wurde Schilling bekannt, als er für sein Senior-Jahr an die Henderson International School wechselte, deren Basketball-Team, Findlay Prep, zu den besten des Kontinents gehört. Auch hier legte Schilling gute Zahlen auf (14/8), was das Interesse zahlreicher College-Coaches weckte. Zwar wurde Schilling bereits zu seiner Zeit in Chicago von Tubby Smith, Coach der Minnesota Golden Gophers, gescoutet, nun besuchte aber sogar Coaching-Legende Mike Krzyzewski (Duke University) Schillings Spiele. Zu dieser Zeit stellten sich auch die Assistant-Coaches der Michigan State Spartans Schilling vor und recht bald wurde vermutet, dass sich der „Verlierer“ des Rennens zwischen Duke und MSU um Super-Talent Jabari Parker wohl die Rechte an Gavin Schilling sichern würde. Und tatsächlich kam es auch so – Schilling ist der zweite Preis für die Spartans, wenn man es böse ausdrücken möchte. Warum trotzdem beide Seiten sehr von Schillings Entscheidung profitieren könnten, möchte ich im Folgenden erklären:

Die Spartans verlieren mit Senior Derrick Nix einen wichtigen Spieler aus der Big-Men-Rotation, die somit in der folgenden Saison vermutlich wie folgt aussehen wird:

PF Adreian Payne (Sr)/Kenny Kaminski (Fr)/Gavin Schilling (Fr)
C Matt Costello (So)/Alex Gauna (Jr)

Mit Adreian Payne steht ein Forward vor Schilling in der Rotation, der in der kommenden Saison vermutlich zu den stärksten Big Men in der NCAA gehören wird. Der athletisch und physisch sehr starke Spieler hat sich gegen Ende der Saison mit einem sicheren Distanzwurf eine weitere Waffe angeeignet und bietet nunmehr das komplette Paket. Payne wird 2013/14 der Dreh- und Angelpunkt der Spartans unter dem Korb sein und sehr viele Minuten spielen. All-American-Kandidat. Ebenfalls vor Schilling werden Matt Costello und Alex Gauna stehen. Tom Izzo vertraut seinen älteren Spielern und setzt in der Regel auf eine kurze Rotation. Costello zeichnete sich zwar bisher nicht durch hohe Spielzeit aus, dafür aber mit hoher Intensität in der Defense. Daher bekam er durchaus auch in Crunchtime-Situationen das Vertrauen Izzos, auch wenn Costello mitunter auch mal glücklos agierte. Alex Gauna wird vermutlich allein schon wegen seiner Erfahrung gesetzt sein, vielleicht startet er sogar. Auch wenn er nicht der hellste Stern am Basketballfirmament sein mag.
Direkter Konkurrent von Schilling ist Kenny Kaminski, ebenfalls Freshman. Als typische Stretch-Four jedoch ein gänzlich anderer Spielertyp. Hier wird sich zeigen müssen, welche Fähigkeiten Izzo braucht. Beide sollten sich jedoch nicht allzu viele Hoffnung auf Spielzeit machen, da Small-Forward Branden Dawson (Jr) ebenfalls auf der 4 spielen kann und vermutlich auch wird.

Dennoch hat Gavin Schilling eine gute Entscheidung getroffen. Spieler unter Izzo zu sein, zahlt sich über lange Sicht aus. Aktuellstes Beispiel dafür dürfte Draymond Green sein, der momentan in den NBA-Play-Offs für die Golden State Warriors seinen Mann steht. Green war wie Schilling ein rohes Drei-Sterne-Talent und entwickelte sich unter Izzo zu einem vielseitigen All-American. Schilling wird unter Izzo seinen Wurf entwickeln können und vor allem von den Rebound-Drills (gerne auch mal in American-Football-Montur) profitieren. Rebounding, Intensität, Defense und physischer Basketball, das sind die Michigan State Spartans. Dinge, die Schilling bei seiner Entwicklung sehr gut tun werden. Vor allem, wenn er vier Jahre am College bleiben wird.
Bei den Spartans wird Adreian Payne 2014 definitiv das College verlassen. Zwar rekrutieren die Spartans mit Reid Travis, Kevon Looney und Abdul-Malik Abu durchaus auch PFs für 2014, das Hauptaugenmerk liegt im nächsten Jahr allerdings auf dem Super-Talente-Doppelpack Tyus Jones (PG) und Jahlil Okafor (C). In diesem Fall gäbe es keinen Spieler mit einer ähnlichen Athletik Schillings im Roster der Spartans, eine ideale Ausgangsposition.

Die Spartans gewinnen mit Gavin Schilling also einen athletischen Big Men, der von Izzo zu einem vielseitigen Forward wie Draymond Green und/oder Adreian Payne entwickelt werden kann. Schilling hat sich für ein Programm entschieden, das durchaus Erfahrung in der Entwicklung von rohen Big Men hat und in dem eine hohe Intensität sowie Rebound- und Defensekultur gelebt wird. Eine klassische Win-Win-Situation sozusagen.

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